Information zur Covid 19 Pandemie

Aufgrund der aktuellen Situation haben wir unsere freie Sprechstunde auf eine Terminsprechstunde umgestellt. Wir bitten sie sich an folgendes zu halten:

1.) Termine sind Mo-Fr von 8-18Uhr, Mi&Sa 8-13Uhr telefonisch vereinbar.

2.) Kommen sie mit Ihrem Tier allein, Zweitpersonen warten im Auto.

3.) Tragen sie einen Mund-Nasen-Schutz.

4.) Halten sie einen Abstand von 1,5m zu anderen Personen ein.

5.) Nutzen sie die Desinfektionsmöglichkeiten bereits vor der Praxis.

Vielen Dank für Ihr Verständniss und bleiben sie gesund!

Kreuzbandriss bei Hund und Katze

Nach der Diagnose eines Kreuzbandrisses steht man zunächst vor der Entscheidung dies operieren zu lassen oder eine nicht-chirurgische Behandlung zu wählen.

Eine nicht-chirurgische Behandlung wird in der Regel nicht empfohlen, es sei denn, das Risiko einer Vollnarkose oder Operation wird als unverhältnissmäßig eingestuft (z. B. bei Patienten mit schwerer Herzerkrankung, unkontrollierbaren hormonellen Erkrankungen, Immunerkrankungen usw.).
Die Eckpfeiler der nicht-chirurgischen Behandlung sind Körpergewichtsmanagement, Physiotherapie und Medikamente (entzündungshemmende Schmerzmittel).
Hunde über 15 kg haben eine sehr geringe Chance, bei nicht-chirurgischer Behandlung eine klinische Lahmheitsfreiheit zu erlagen. Hunde mit einem Gewicht von weniger als 15 kg und Katzen haben eine bessere Chance, obwohl die Besserung normalerweise mehrere Monate dauert und selten vollständig ist.

Hat man sich zur chirurgische Behandlungen entschieden, steht man vor der Entscheidung welche für meinen Hund oder meine Katze die beste Technik darstellt. Es gibt sehr viele verschiedene Techniken doch alle lassen sich in 2 Gruppen aufteilen:
Die erstere oder auch „ältere“ Gruppe ziehlt darauf ab das verletzte Band zu ersetzen.
Die zweite oder auch „neuere“ Gruppe machen das Band überflüssig, indem das Schienbein durchtrennt wird und die auf das Kniegelenk wirkenden Kräfte umgelenkt werden.

Bandersatztechniken

Seit vielen Jahrzehnten werden verschiedenste Bandersatztechniken angewendet, welche aus wiederum verschiedensten Materialen bestehen.

Es gibt Materialen aus körpereigenem Gewebe wie Sehnen und Faszien, welche aber leider die geringste Chance haben, die Funktion der Gliedmaße wieder vollständig herzustellen. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die Ersatzgewebe nicht so robust sind wie das ursprüngliche Band und sich in derselben ungünstigen biomechanischen Umgebung befinden, in der das ursprüngliche Band bereits versagt hat.

Als Alternative werden vor allem Nylon-Nähte mit verschiedenen Knoten- und Crimpsystemen zwischen einem Knochen auf der Rückseite des Femurs (der Fabella) und einem Tunnel in der Oberseite der Tibia platziert. Bei diesen sogenannten Fabello-Tibia-Tuberositätsnähten wurden je nach Material und Technik unterschiedliche Erfolgsraten gemeldet. Der wichtigste Aspekt dieser Technik ist, dass der Bandursprung am Femur und die Insertion am Schienbein so isometrisch wie möglich gewählt werden, d.h. bei Flexion und Extension so weit wie möglich gleich lang bleiben. In der Realität ist dies leider nicht vollständig möglich.

Hauptnachteil der Bandersatztechniken ist, dass die neuen Kunstbänder, als welchem Material sie auch sein mögen und mit welcher Technik sie auch eingesetzt sein mögen alle den gleichen Kräften unterliegen welche bereits das ursprüngliche Band zum Reißen brachten. Es kommt leider immer wieder zum Implantatversagen in frühen Stadien der Genesung und zu mechanischen Problemen vor allem bei schweren und sportlichen Hunden. Ein Teil der so versorgten Patienten wird eine anhaltende Knieinstabilität und Schmerzen behalten.

Umstellungsosteotomien

Die Operationen der „neueren“ Gruppe verändern die Kräfteverteilung des betroffenen Kniegelenks so, dass das vordere Kreuzband zur Aufrechterhaltung der Stabilität nicht mehr erforderlich ist. Es gibt viele verschiedene Techniken, aber bei allen diesen Techniken wird das Schienbein (Tibia) durchtrennt und in neuer Position fixiert. Etabliert haben sich vor allem die beiden Techniken der TTA und TPLO.

Tibial Tuberosity Advancement (TTA)

Bei dieser Operation wird ein gerader Schnitt in das obere vordere Schienbein gesägt, um eine Änderung der Biomechanik zu ermöglichen, die das vordere Kreuzband überflüssig macht. Das Grundprinzip ist, dass eine veränderte Zugrichtung der Quadrizeps-Muskelgruppe eine Kraft über das Kniegelenk erzeugt, die die Tendenz des Femurs neutralisiert, den Hang des Tibiaplateaus hinunterzugleiten.

Tibial Plateau Leveling Osteotomy (TPLO)

Bei dieser Operation wird die Oberkante des Schienbeins kreisrund druchtrennt und danach der obere Knochenanteil kreisrund gedreht, bis die vorherige Neigung im Knochen nicht mehr vorhanden ist. Dies neutralisiert die Scherkräfte im Kniegelenk und stoppt ein Hinabgleiten des Oberschenkelknochens auf der Oberkante des Schienbeins. Um den Knochen exakt in dieser Position zu halten wird er mit einer Spezialplatte aus Metall und Schrauben fixiert. Wir empfehlen die TPLO ab einer Neigung des Tibiaplateus von >20°.

Bei der Operation schauen wir uns das Kniegelenk über eine Miniarthrotomie an. Wir entfernen falls erforderlich die zerrissenen Reste des vorderen Kreuzbandes, da diese das Kniegelenk reizen würden. Wir checken den Knorpel, welcher vor allem bei lange zurückliegenden Kreuzbandrissen Läsionen aufweisen kann. Zuletzt wird noch der Meniskus kontrolliert, welcher leider häufig gleichzeitig geschädigt ist und ebenfalls versorgt werden muss.

Da Knochenheilung deutlich effizienter als Bandheilung ist, gelten die Umstellungsosteotomien nach vollständiger Ausheilung als wesentlich robuster als solche, die das beschädigte Band ersetzen sollen. Der größte Vorteil ist eine zuverlässige Rückkehr der Funktionalität der Gliedmaße, wobei von allen Hunden erwartet wird, dass sie innerhalb von wenigen Tagen mit der Belastung der operierten Beines beginnen.

Nach der Operation raten wir zur physiotherapeutischen Unterstützung in den ersten 3 Monaten. Wenn gewünscht bekommt neben Ihrem Haustierarzt auch Ihr Tierphysiotherapeut zeitnah einen umfangreichen Bericht inklusive Blutbild und Röntgenbildern.

Kontakt Münster

Langenhorster Stiege 472
48159 Münster

Tel: 0251 – 217 669
Fax: 0251 – 261 663

Kontakt Reckenfeld

Grevener Landstraße 1
48268 Greven / Reckenfeld

Tel: 02575 – 97 19 202

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